Philipp

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Ich war 15 Jahre alt, als ich mit dem Spielen begann. Nun bin ich 22 Jahre alt und bin seit ca. 2 Jahren in der JVA Neumünster wohnhaft. Als ich 10 Jahre alt war, haben sich meine Eltern getrennt; vorerst bin ich mit meinen zwei Geschwistern zu meiner Mutter gezogen. Dann nach langen Sorgerechtsstreitigkeiten sind mein kleiner Bruder und ich zu meinem Vater gekommen.

Die ersten Jahre lief alles gut, dann brach der Kontakt zu meiner Mutter und meiner Schwester ab. Seit diesem Zeitpunkt wurde das Verhältnis zu meinem Vater schlechter. Mit 15 bin ich dann mit „Freuden“ das erste mal in eine Spielhalle gegangen. Ich steckte 10€ in den Automaten und gewann 140 €. Ich habe mich beim Spielen so auf den Automaten konzentriert, so dass ich alle Probleme um mich herum vergessen konnte.

Einige Tage später gab es wieder Ärger zuhause und ich bin das zweite mal in die Halle gegangen. Wieder gewann ich und alle Sorgen um mich herum waren vergessen. Nun hatte ich Gefallen am Spielen gefunden und es wurde von Woche zu Woche mehr.

Von meinem Vater bekam ich soviel Geld, wie ich wollte. Zuerst fragte er nicht wofür, später dann stellte er Fragen. Ich sagte immer, ich hätte eine Freundin in Kiel und wir wollten Essen gehen oder andere Ausreden. Die ging einige Zeit so weiter bis ich von Zuhause rausgeflogen bin, weil ich von der Schule geflogen bin. Zu diesem Zeitpunkt war ich 18 Jahre alt und musste nun alleine klar kommen.

Mit 16 machte ich meinen ersten Betrug. Als ich nicht mehr zuhause wohnte, wollte ich meinen Lebensstandard halten und machte etliche weitere Betrügereien. Ich bekam durch jeden erfolgreichen Betrug einen ähnlichen „Kick“ wie beim Zocken und so ging es denn einige Jahre weiter. Ich habe viel Geld in der Zeit gemacht ; wir sind durchs Land gefahren zu verschiedenen Spielhallen und haben gezockt. Wenn wir schlafen waren, sind wir in Hotels gegangen. Oft saßen wir auch an die 24 Stunden in einer Halle; wir hatten viel gewonnen aber auch an die 1.000 € in den Automaten gesteckt.

Später hatte ich wieder Kontakt zu meiner Mutter, die mir für eine ganze Zeit stark unter die Arme gegriffen hat und mich vorerst vom Spielen befreien konnte … dies hielt aber nicht lange an. Und es ging weiter und weiter, immer mehr Betrügereien. Ich wollte immer mehr Geld, dann bin ich unvorsichtig geworden und als ich dann vor zwei Jahren erwischt wurde und zu 3 Jahren und 6 Monaten Jugendstrafe verurteilt wurde. Vor meiner Haft habe ich drei Monate nicht in der Spielhallen gezockt aber das Betrügen war für mich ein … Spiel geworden. Ich kann zum jetzigen Zeitpunkt sagen, es ist gut den einen Schlussstrich unter das ganze Kapitel gezogen wurde. Ich habe eine Ausbildung zum Maler gemacht und habe wieder ein gutes Verhältnis zu meinen Eltern und das … und Spiel für für Leben kann einfach weiter gehen.

Philipp

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